Du quälst dich aus dem Bett, dein morgendlicher Kaffee schmeckt dir nicht und der Stau nervt dich heute besonders. Es ist nicht dein Tag und am liebsten möchtest du niemandem über den Weg laufen…
 

„Was ist dir denn für eine Laus über die Leber gelaufen?“, fragt dein Arbeitskollege und bewirkt damit nur, dass du noch grimmiger wirst. Wie die Laune mit der Leber in Verbindung steht und was es mit der Laus auf sich hat, haben wir für euch herausgefunden.
 

Im Mittelalter glaubten viele Leute, dass die Gefühle eines Menschen sich in der Leber befänden. Darum wurde dieses Organ mit schlechter Laune in Verbindung gebracht. Auch die traditionelle chinesische Medizin (TCM) besagt, wenn jemand gereizt ist, so hat er womöglich eine Disharmonie in der Leber. Symptome wie Verspannung im Schulter- und Nackenbereich, Heisshungerattacken, Menstruationsbeschwerden oder Augenbeschwerden können auf Leberprobleme hinweisen.
 
Kurzer Abstecher: Habt ihr gewusst, dass Bewegung gezielt unserer Leber gut tut? Insbesondere dann, wenn man sich im Grünen bewegt. Denn Grün ist laut TCM die Farbe des Holzelements, zu dem die Leber gehört.
 
Zur Zeit der Ritter und Burgen lautete das Sprichwort jedoch: „jemandem ist etwas über die Leber gelaufen“. Aus diesem „etwas“ wurde später eine Laus, und die Redewendung erhielt damit eine weitere Bedeutung. Die Laus ist nämlich ein kleines, kaum sichtbares Insekt. Deswegen interpretiert man die Redewendung auch so, dass etwas Unwichtiges oder Unscheinbares – wie eben eine Laus – jemanden in schlechte Laune versetzt hat oder besonders reizbar macht. Ausserdem beginnen beide Wörter „Laus“ und „Leber“ mit dem gleichen Buchstaben. Diese Alliteration macht es einfacher, sich die Redewendung merken zu können.
 
Bevor die Laus zu einem Bären mutiert (der einem dann wiederrum aufgebunden werden könnte – siehe dazu auch „Jemandem einen Bären aufbinden“), empfiehlt es sich, bei einem sanften Spaziergang den Kopf frei zu bekommen. Denn Bewegung, vor allem im Grünen, tut der Leber gut.