„Die beleidigte Leberwurst spielen“ ist eine sprichwörtliche deutsche Redensart, mit der ein Mensch strong>verspottet wird, der beleidigt ist. Dabei wird der schmollenden Person unterstellt, dass sie völlig grundlos gekränkt ist.

Zurückzuführen ist dieses Sprichwort aufs Mittelalter. Im Mittelalter glaubten die Menschen nämlich, dass in der Leber das Temperament sitzt. Wer beleidigt war und sich ärgerte, hatte also eine beleidigte Leber.
Hintergrund dieser Redensart ist die humoralpathologische bzw. -physiologische Vorstellung der Medizin des Altertums und des Mittelalters, dass die Leber Sitz (bzw. Speicherort) der Lebenssäfte und damit ursächlich für die Temperamente sei. Insbesondere der Zorn wurde hier vermutet. Diese Vorstellung hielt sich in der deutschen Sprache noch bis in das 18. Jahrhundert. Den gleichen Hintergrund hat auch die Redensart «Etwas frei oder frisch von der Leber weg sagen», die das offene, rückhaltlose und freimütige Sprechen meint. Deutliche Nähe zur «beleidigten Leberwurst» weist die Redensart, jemandem sei „Eine Laus über die Leber gelaufen“, auf. Ein nichtiger Anlass (die kleine Laus), der Verärgerung und Zorn auslöst.
Die «Wurst» wurde dem Sprichwort «Beleidigte Leberwurst» erst angehängt, als die Vorstellung um die Leber als Sitz der Gefühle verlorengegangen war. So wurde daraus auf der Grundlage einer Erzählung die Leberwurst. In dieser Erzählung kochte ein Metzger Würste und nahm alle Würste, die nicht so lange kochen mussten, zuerst aus dem Topf. Da die Leberwurst länger kochen musste als alle anderen Würste, fühlte sie sich hier zurückgesetzt. So blieb sie schliesslich alleine und beleidigt im Topf zurück, bis sie am Schluss vor Wut platzte.
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